«Rechtschreibkompromiss: eine Lagebeurteilung»

Liebe SOK-Mitglieder,

sieben Jahre lang gilt der Kompromiss des Rates für Rechtschreibung ‒ es ist Zeit für eine neue Lagebeurteilung.
Die Schweizer Orthographische Konferenz führt dazu eine Tagung durch:

«Rechtschreibkompromiss: eine Lagebeurteilung»

Donnerstag, 27. Juni 2013, 16‒18 Uhr
in den Räumen von NZZ Folio, Falkenstrasse 11, 8002 Zürich

Wie wird in den Medien, den Verlagen, den Verwaltungen und den Schulen geschrieben? In welchen Bereichen der Rechtschreibung hat sich das Regelwerk des  des Rates nicht bewährt?

Die SOK hat mit ihren Empfehlungen im In- und Ausland zunehmend Erfolg. Sie möchte dem Rat für Rechtschreibung ihre Erfahrung zur Verfügung stellen und weitere politische Unterstützung gewinnen. Ziel: Wiederherstellung einer einheitlichen und sprachrichtigen Rechtschreibung.

Ablauf der Tagung: Ab 15:30 Eintreffen mit Kaffee. 16 Uhr Begrüssung und Beginn der Tagung. Drei zupackende Fachreferate bringen den neuesten Stand der Dinge. Ein spannendes Podium vertieft die Themen. In offener Diskussion wird ein Fahrplan fürs weitere Vorgehen festgelegt.

Eine detaillierte Einladung folgt.

Halten Sie sich bitte am 27. Juni zwei Stunden offen für die SOK.

Mit freundlichen Grüssen
Die Kopräsidenten der SOK:

Leutenegger
Filippo Leutenegger
Verleger des Verlags neue-ideen.ch AG
Zbinden
Peter Zbinden
Präsident Sprachkreis Deutsch (SKD)

Zum Hinschied von Jürg Amann

Jürg Amann, in Winterthur geboren am 70. Geburtstag von Hermann Hesse, am 2. Juli 1947, verstorben nach schwerer Krankheit am 5. Mai 2013, dem Tag von St. Gotthard, in Zürich, war ein für seine Generation und für seine Zeit repräsentativer Schweizer Schriftsteller.

Während die 35. Solothurner Literaturtage dem Thema „Anfänge“ gewidmet waren, ging in Zürich auf offensichtlich wenig erhabene Weise das Leben eines Poeten zu Ende, dessen Vater nebst der Ausübung des Buchdruckergewerbes selbst schon gedichtet hatte: Jürg Amann. Dem Autor, einstigem Bachmann-Preisträger von Klagenfurt (1982 für „Rondo“), war es vor einigen Jahren beschieden, auch dank seiner bevorzugten Stellung im Alphabet, als erster eine Erklärung der Schweizer Schriftsteller gegen die Entstellung ihrer Texte bei Neuauflagen gemäss der ungeliebten Orthographiereform zu unterzeichnen. Im Zürcher Zunfthaus zur Waage stellte der Autor im Schosse der sprachbewussten „Schweizer Orthographischen Konferenz“ seinen Sinn für sprachliche Differenzierungen unter Beweis. Unter kollegialen Gesichtspunkten war die Begegnung mit ihm nicht minder berührend. Die Gesichtszüge des etwa Sechzigjährigen wirkten fein, beinahe jungenhaft. Sie waren noch nicht durch Anzeichen einer Krankheit entstellt. Die Bezeichnung „Poet“ war seinem Erscheinungsbild am angemessensten. Dabei hat er nur in bescheidenem Umfang Gedichte veröffentlicht, etwa „Über die Liebe wäre wieder zu sprechen“ (1994).

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